ZDF: Redesign des Nachrichtenmagazins heute

Das ZDF verändert nicht oft etwas an seinem öffentlichen Erscheinungsbild und wenn einmal etwas angepasst bzw. erneuert wird, wie das Logo des zweiten deutschen Fernsehens Ende der 90er, herrscht immer gleich großer Diskussionsstoff. Nun wurden wieder einmal kreative Hände angelegt und das ZDF-Nachrichtenformat „heute“ hat ein komplettes Redesign erfahren.

Eine komplette optische Anpassung einer solch etablierten Sendung ist immer etwas problematisch. Das ZDF hat wohl in erster Linie verfolgt die Nachrichten präsentabler zu machen und das Erscheinungsbild entscheidend zu modernisieren. Zu aller erst fällt das neue virtuelle Studio auf in dem Claus Kleber nun die Nachrichten präsentiert. Es ist ein Green Screen Studio, indem lediglich die Moderatoren und der überdimensionierte geschwungene Nussbaum-Tisch real sind. Im pastellblau-farbenen Hintergrund sind horizontale weiße Linien und eine abstrahierte Weltkarte zu sehen. Neu ist auch, dass die Moderatoren nun im Stehen die Nachrichten verlesen. Das neue 3D-Studio birgt den großen Vorteil, dass Animationen und Korrespondenten-Gespräche frei im Raum platziert werden können. Zudem wurde nun auch der Bildaufbau auf das mittlerweile vorherrschende 16:9-Format optimiert.

Neben der virtuellen Renovierung des Studios wurde auch die Farbpalette und Typografie der Einblendungen / Bauchbinden überarbeitet. Diese erscheinen nun mit weißer Schrift auf orangenem bzw. hellgrauem Untergrund. Weiteres Element der Inserts ist eine schlichte, aber modern wirkende Linie.

Insgesamt wirkt alles etwas „spacig“ und damit auch irgendwie steril und unpersönlich. Während der Moderationsphasen würde ich den neuen Auftritt als gelungen bezeichnen, die Totalen zu Beginn scheinen jedoch etwas realitätsfremd.

Entwickelt hat das neue Design EdenSpiekermann, die Agentur von Erik Spiekermann. Auf der Projektseite finden sich einige weitere Grafik-Elemente (u.a. animierte Piktogramme) des neuen OnAir-Auftritts. Die Kosten für die Entwicklung und Realisierung betragen übrigens 30 Millionen Euro.


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