Online-Reputation: Wie sich Webworker darstellen sollten

Das Internet gewinnt mehr und mehr an Bedeutung. Spaß beiseite – mit diesem Spruch hat man vor 15 Jahren schon niemand mehr vom Hocker gehauen. Trotzdem: Mehr und mehr Dinge spielen sich online ab. Man sollte sich also über die Darstellung der eigenen Person im Internet einige Gedanken machen. Genau das habe ich getan.

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Digitale Existenzen: 15 Jahre im Internet hinterlassen Spuren

Von Beruf bin ich Webdesigner / Webentwickler und daher schon lange lange Zeit im Netz aktiv. Das hat natürlich stets Spuren hinterlassen. Meine erste Homepage müsste ungefähr im Jahr 2000 online gegangen sein. Die Domain existiert noch immer – wenn sich auch der Inhalt dahinter verändert hat. Ich kann also meine digitale(n) Existenz(en) nicht leugnen. Darüberhinaus gibt es noch locker zehn weitere Webprojekte. Hinzu gekommen sind in den letzten Jahren auch eine ganze Reihe an Profilen in den Sozialen Netzwerken (Facebook, Instagram, Twitter, …).

Googeln nach dem eignen Namen

Wenn man klug genug googelt findet man meine Webprojekte, Infos über meinen Job in der Werbeagentur, mein digitales Online Portfolio, welches ich vor einigen Jahren für Bewerbungen genutzt hatte und Berichte über Aktionen während des Studiums bzw. Dinge, die im Agenturjob entstanden sind. Soweit so gut. Kein Facebook, keine Forenbeiträge, keine privaten Fotos, kein Twitter und kein Xing. So hatte ich das gewollt. Bei FB und Xing sind die Profile vor Google geschützt (dank der jeweiligen Privatsphäre-Einstellung), Twitter läuft ohne Klarname, Fotos lade ich nur ausgewählt ins Netz und wenn ich mal in Foren schreibe, dann geschieht dies ebenfalls ohne Klarnamen und meistens eher kurzweilig und problembezogen.

Im Grunde war ich mit der Situation zufrieden, allerdings wusste ich bis dato nicht wie ich das nicht mehr benötigte Online Portfolio unter der persönlichen Namensdomain (Stand von 2010, erster Treffer beim Googeln meines Namens), den Lolliblog und FB / Twitter zusammenbringen sollte. Nun bin ich in die Vollen gegangen.

Lösung: Webworker brauchen eine persönliche Homepage, die ALLES zeigt

Zugegeben, für Leute, die „normale Jobs“ haben, genügt es die Privatsphäre-Einstellungen der sozialen Profile soweit wie möglich anzuziehen, möglichst auf Klarnamen zu verzichten, Bilder nur mit Bedacht hochzuladen und generell bei allen Postings darauf achten, dass keine Inhalte veröffentlicht werden, die dem eigenen digitalen Fingerabdruck schaden könnten.

Webdesigner, Webentwickler, Onlineredakteure, Marketing-Typen und -Frauen und andere Berufsbilder, bei denen Webaffinität eine enorme Rolle spielt, sollten anders an die Sache herangehen. Unser Job ist das Internet und daher wird in gewisser Weise auch erwartet, dass das Internet Informationen über die eigene Person bereithält. Ich frage mich zwar trotzdem was das so für Leute sind, die ständig mein Portfolio besuchten, aber nun kriegen sie auch das was sie wohl suchten.

Motto: Gib den Leuten die Möglichkeit dich zu stalken – bestimme jedoch selbst was sie über dich finden!

Meine Strategie, sofern man das so nennen kann, schaut jetzt so aus:
Unter meiner persönlichen Domain erscheint eine kleine Microsite / SinglePage mit handverlesenen Infos zu mir (Eigenschaften, die meiner Twitter-Bio gleichen), Links zu allen sozialen Profilen, meinem Blog und dem alten Portfolio sowie allgemeinen Kontaktdaten. Umgesetzt habe ich die Seite mit dem netten Framework FullPage.js, welches ich hier demnächst noch vorstellen werde. Ein paar kleine technische Spielereien sind ebenso an Board wie eine responsive Version. Damit scheint das Problem für mich gelöst.

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Startseite (Screenshot)

Facebook und Xing sind weiterhin nur nach vorheriger „Freundschafts- bzw. Kontaktanfrage“ einsehbar. Meine Inhalte bei Instagram halte ich für unbedenklich, da dort überwiegend Fotos aus den Bereichen Architektur, Essen und Catcontent zu sehen sind. Mein Blog – also dieser hier – ist jetzt mit meiner Person verknüpft. Der Youtube-Kanal wird lediglich als Ablage für Videos für eben diesen Blog genutzt. Das alte Portfolio habe ich in ein Unterverzeichnis der Namensdomain geschoben und lasse es weiterhin online, da es hin und wieder interessant ist die alten Dinge wieder zu entdecken.

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Über mich (Screenshot)

Fazit: Ich füge also lediglich das zusammen, was man sowieso über mich finden würde, wenn man gut eine Suchmaschine bedienen kann.

Was haltet Ihr davon bzw. wie stellt Ihr Euch im Netz dar? Wie bringt Ihr alle Dinge (Projekte, Job, Person, …) zusammen?

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2 Gedanken zu „Online-Reputation: Wie sich Webworker darstellen sollten

  1. Die beste Lösung ist wohl wirklich, die Suchergebnisse an ein möglicherweise gefälschtes, dafür aber optimiertes, Ergebnis heranzuführen. Personalverantwortlichen ist das vor einem Vorstellungsgespräch ja eigentlich sowieso nicht erlaubt, aber von meiner Erfahrung aus, ist das den meisten egal. Sind sie dann letztlich selber schuld 😉

  2. Warum sollte man das Suchergebnis denn fälschen? Ich denke, dass so eine Manipulation definitiv der falsche Ansatz ist. In meinem Fall ging es ja nicht mal darum Personaler zu überzeugen. Die Leute, die einen googeln, sind glaube ich auch viel breiter gestreut – beispielsweise Kunden/Firmen, mit denen man zusammenarbeitet oder mit denen sonst wie Kontakt hat bzw. haben möchte.

    Ist es wirklich Personalchefs verboten die Kandidaten zu googeln? Wusste ich gar nicht, aber da hast recht… tun werden es trotzdem viele 😉


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