Archivstöbererei beim Fernsehen – 4:3 vs. 16:9

Gerade im Sommer sieht man immer wieder wie sonst tages- bzw. wochenaktuelle TV-Formate auf Archivmaterial zurückgreifen und dieses als „neu“ verkaufen. Das Problem bei dieser massiven Archivnutzung ist aber nicht nur die fehlende Aktualität, sondern auch ein technischer Aspekt.

Mittlerweile sind ja viele TV-Sender auf das allseits beliebte und gerade durch die Flachbild-Fernseher extrem forcierte 16:9 Format umgestiegen. Das Problem ist nun folgendes: Wenn eine Sendung, die heute im 16:9 Format läuft, auf Archivmaterial zurückgreift ist es nicht unwahrscheinlich, das dieses noch im alten 4:3 Seitenverhältnis vorliegt. Nun hätten die TV-Stationen zwei Möglichkeiten:

  1. Altes (Archiv-)Material in 4:3 ausstrahlen, neue Beiträge und Moderation in 16:9
  2. Das (Archiv-)Material ohne Rücksicht auf Verluste auf 16:9 beschneiden.

Die 1. Möglichkeit scheidet aufgrund der Zuschauerfreundlichkeit und des roten Fadens wohl aus. Üblich ist in diesem Fall die zweite Variante nur frage ich mich manchmal, ob die TV-Redaktionen die Sendungen bevor sie On Air gehen noch mal komplett anschauen? Denn dann würden die mitunter merken, dass die Beschneidung des Materials oft auch relevante Bildinhalte verschwinden lässt. Extrem fällt dieses bei animierten Schaubildern auf, da kann es schon mal vorkommen, dass die oberen Grafiken zur Hälfte weg sind.

Im Grunde ist es ein Dilemma, aber das haben Systemumstellungen leider oft an sich. Ähnliches wird auch passieren, wenn sich HD irgendwann vollständig durchgesetzt hat. Dann muss unter Umständen nicht nur auf altes 4:3, sondern obendrein auf minderwertiges SD-Material zurückgegriffen werden.

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